Waisenkinder

Ausgangslage

Die Zahl der Aids-Waisen (Halb- und Vollwaisen) in Tansania ist nicht genau festzustellen. Die AIDS-Kommission (TACAIDS) schätzt 1,3 Mio. Kinder, die WHO geht von 2 Mio. aus. Tatsache ist, dass es sehr viele sind und dass ihre Zahl wächst - leider auch in unserem Partnerdekanat Mpwapwa.

Malaria, Aids, Infektionskrankheiten oder auch Unfälle sind die Ursachen für den Verlust der Eltern, aber auch die Armut treibt die Männer in die Stadt. Sie verlassen ihre Familie, weil sie Geld verdienen wollen, das geht oft schief und sie kommen nicht zurück. Die Frauen und die Kinder bleiben mittellos zurück. Kinder nicht ernähren zu können, bringt Eltern zur Verzweiflung.

Ehepaar Popp trifft Waisenkinder
Bildrechte: Popp
Dieses Bild wurde 2007 beim Besuch des Ehepaares Popp, Freilassing im Anschluss an ein Treffen mit 25 Familien aus Mpwapwa, die alle, teilweise mehrere, AIDS-Waisenkinder aufgenommen haben, gemacht.
Siegfried Popp schreibt uns dazu: "Mich hat das so beeindruckt, dass ich das Bild mit feuchten Augen aufgenommen habe. Alle machen ernste Gesichter. Sonst kann man in Tansania nur fröhliche Kinder fotografieren."

 

Die Zukunft von Waisen ist noch düsterer als für "normale" Kinder in Tansania. Gesundheitsfürsorge, Schulbildung, Berufsausbildung - davon können sie in der Regel nur träumen. Eine Zeitbombe für Tansania!

Wie kann geholfen werden?         

Einige Projekte geben Waisen ein Zuhause in Heimen oder Kinderdörfern. Aber das bedeutet auch hohe Fix-Kosten für Haus, Personal, Verpflegung etc.. Und ein Haus würde nicht reichen. Wir - Pamita - müssten diese hohen Aufwendungen über Jahre garantieren.

Wir haben unsere Ideen mit unseren Partnern geteilt. Die Gemeindepfarrer und Evangelisten haben dann erst mal nachgeforscht, wie die Lage in ihren Gemeinden ist. 385 Halb- und Voll-Waisenkinder wurden 2009 gezählt, viele in mehr als ärmlichen Verhältnissen.

Die gute Nachricht: Es wurden keine Straßenkinder gefunden, sondern alle Kinder waren von Familien aufgenommen. Halbwaisen bleiben bei dem verbliebenen Elternteil. Vollwaisen kommen bei Großeltern und Familienangehörigen, aber auch bei Nachbarfamilien unter.
So eine "Nestwärme" ist natürlich viel besser für die Kinder.

Problem: Wenn nur noch ein Elternteil da ist, wird es wirtschaftlich sehr eng. Und auch die Familien, die Vollwaisen aufnehmen, kommen meist selbst nur mit Mühe über die Runden. Zusätzliche Familienmitglieder erschweren ihre sowie schon schwierige wirtschaftliche Situation natürlich.

Im Gespräch mit unseren Partnern ist dann folgendes Konzept entstanden:

Der Verbleib der Waisen-Kinder bei Angehörigen oder Nachbarn ist erste Priorität. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen zu lindern, leisten wir finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Matratzen, Schuhen, Schulkleidung und Büchern sowie bei den Kosten für Nahrung und Gesundheit. Dazu wurde ein Fonds eingerichtet (Grundausstattung waren speziell dafür gesammelte Spendenmittel aus der Gemeinde Waldkraiburg). Was wir an Spenden bekommen, geben wir jährlich weiter. Auf dieser Basis hat die Partnerschafts-Konferenz im Dekanat Traunstein am 10.10.2009 den Waisen-Fonds eingerichtet.

Ein Komitee unserer Partner entscheidet über die Verwendung der Mittel. Zuschüsse zum Schulgeld werden weiterhin über den SchülerInnen-Stipendienfonds gewährt.

Die letzte Verteilung 2020 hat übrigens bereits 650 Waisenkinder erreicht: das unterstreicht, wie wichtig der Waisenfonds ist!

 

Wie können Sie beitragen?

  •     mit Einzelspenden
  •     Mit einem Dauerauftrag über monatlich 10 Euro können Sie die nötige Grundausstattung für ein Kind übernehmen.

Über die Zahlungswege können Sie hier mehr erfahren.

Wenn Sie einen Dauerauftrag einrichten möchten, können Sie diesen Flyer dazu ausfüllen und bei Ihrer Kirchengemeinde abgeben.

Was bisher schon passiert ist:

 

Großmutter und Enkel
Bildrechte: JG

Die Eltern sind gestorben. Jetzt muss sich die
Großmutter um die Enkel kümmern.
Aber sie hat selbst nur wenig.

Maisverteilung
Bildrechte: JG

Maisverteilung in Bumila

Waisen-Betreuerin
Bildrechte: JG

Sie hat das Kind der verstorbenen Nachbarn aufgenommen.
Und sie hat es gerne getan!

Im November 2010 startet der Waisenfonds mit Sach-Leistungen.

Örtliche Schneider hatten Schuluniformen für die Kinder gefertigt, die Kirchenvorsteher hatten dazu geraten, denn die industriell gefertigten halten nur ein Jahr. Außerdem bleibt das Geld so in der Region. Aus dem gleichen Grund wurden auch die Moskitonetze gegen die Malariagefahr  für jedes Kind in den örtlichen Läden gekauft. Zusätzlich erhielt jedes Kind 40 kg Mais, natürlich auch vor Ort erworben.

Die Gemeindepfarrer und Evangelisten bauten Kontakt zu den Waisen und ihren betreuenden Familien auf. So konnten die Bedürfnisse besser eingeschätzt werden. Seit einigen Jahren ist vor allem Hilfe bei der Nahrung gefragt. Der Klimawandel trifft die kleinen Bauern hart, die Erträge der Felder sind sehr schwankend. Und die meisten leben ausschließlich vom Feld ums Haus, denn es gibt kaum Arbeitsplätze. Ein Sack Mais (ca. 100 kg) kann eine fünfköpfige Familie rund zwei Monate ernähren.

Bei Reisen ins Partnerdekanat haben wir immer die Gelegenheit genutzt, mit den Waisen und ihren Betreuern persönlich ins Gespräch zu kommen. Viele bedrückende Geschichten haben wir erfahren, aber auch das Glück für die Kinder, in Familien unterzukommen. Und die selbstverständliche Bereitschaft der Familien, Waisenkinder aufzunehmen.

Die Herausforderung:

Seit Jahren steigen die Zahlen der Waisenkinder in unserem Partnerdekanat. Aktuell (2020) sind es schon über 650 Waisen!

Je 13.000 Euro konnten wir in den letzten Jahren überweisen. Wenn man das durch die Zahl der Kinder teilt, wird klar: Wir sind froh und dankbar für jede und jeden zusätzliche Spenderin und Spender!